Ganz Amazonien kaufen ?

Auf einer Konferenz der Versicherungs-Gemeinschaft Lloyd´s vor fünf Tagen in London hat der schwedische Unternehmer Johan Eliasch einen auf den ersten Blick absurden Vorschlag gemacht: Für 18 Milliarden Dollar soll eine Unternehmergruppe den gesamten Amazonas-Regenwald kaufen.

Dies berichtet jedenfalls die Berliner Umschau unter Berufung auf die größte brasilianische Tageszeitung "Folha de Sao Paulo". Demnach gründet der gigantische Kaufvorschlag vom Besitzer der Sportartikelfirma "Head" nicht - oder jedenfalls nicht in erster Linie - in einem Engagement für den Erhalt des Regenwalds.

Der Vorschlag zum Kauf des gesamten Amazonas-Gebiets entstammt einer einfachen Rechnung, einer Kosten-Nutzen-Rechnung für die großen Versicherungsgesellschaften. In 2005 nämlich mussten die Eigentum-Versicherer 83 Milliarden Dollar zahlen. Die große Mehrheit der Forderungen kam durch Naturkatastrophen zustande. Wissenschaftler sind überzeugt, dass diese disaster durch den Klimawandel verschärft und verschlimmert wurden.

Der schwedische Unternehmer will das Amazonas-Gebiet vor der weiteren Zerstörung sichern. Er argumentiert mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach denen die Zerstörung der Regenwälder die stark angestiegene Zahl der Katastrophen mit verursache.

Ein Investment von 18 Milliarden Dollar wäre nach seiner Rechnung eine gute Investition, die sich schnell armortisieren würde. Wenn der Regenwald vor weiterer Zerstörung geschützt würde, gingen auch die Naturkatastrophen in ihren Ausmaßen zurück oder würden jedenfalls nicht stärker zunehmen.

Lloyd´s Konferenz in London, Juli 2006

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Der Journalist Karl Weiss hat in seinem Weblog ausgeführt, dass der Amazonas nicht so einfach zu kaufen wäre. Die Besitzverhältnisse sind nämlich komplex. Wer den Regenwald kaufen will, hat es keinesfalls allein mit der brasilianischen Regierung zu tun.
Anonym hat gesagt…
Der Blog von Karl Weiss findet sich übrigens hier: Journalismus - Nachrichten von heute
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/2333370/
Martin hat gesagt…
Das Gebiet müsste dann auch dauerhaft gegen weiteren Raubbau geschützt werden - das würde enorme zusätzliche Kosten verursachen. Abgesehen davon wird es leider kaum möglich sein so große Flächen nachhaltig zu sichern, es badarf dazu einen hohen staatlichen Willen wie auch personellen Aufwand.
Anonym hat gesagt…
aber ich finde einen versuch ist es wert...und wenn man 18 milliarden gegen 83 milliarden (tendenz steigend)vergleicht- ist das eine sehr sinnvolle idee...kann man nur hoffen, dass sich die versicherungs-menschen dafür entscheiden...zudem würde der ganze personelle aufwand arbeitsplätze schaffen...