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Corona im Urwald

Covid-19 breitet sich nicht nur in den Metropolen Brasiliens aus. Immer mehr indigene Menschen sind der Infektion ausgesetzt. Denn seit einiger Zeit dringen wieder Goldsucher in abgelegene Gebiete des Regenwalds in Südamerika ein.Gerade die Yanomami schlagen Alarm. Obwohl sie im schwer zugänglichen Grenzgebiet Brasiliens und Venezuelas leben, sind sie nicht mehr sicher vor Covid-19. Insbesondere die Goldsucher finden in ihrem Gebiet Gold. Hilfsorganisationen bemühen sich, zumindest eine minimale, medizinische Versorgung zu schaffen, berichtet der Bayerische Rundfunk. Von der brasilianischen Regierung erwarten die Yanomami keine Unterstützung. Im Gegenteil: Der Präsident Bolsonaro scheint eher die Goldsucher und Baumfäller zu unterstützen. 

Neues Fotobuch über die Yanomami

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Das Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main hat ein neues Buch mit Fotos von Claudia Andujar vorgelegt. Die Fotografin und Aktivistin erreicht mit ihrem künstlerisch-dokumentarischem Werk einen intimen Blick in das Leben der Yanomami, der Ureinwohner Amazoniens. 
Es ist nicht der angeblich neutrale anthropologische Blick, sondern für Andujar ist der individuelle Ausdruck der Augen eines jeden porträtierten Yanomami das Entscheidende. Sie versucht sich der Persönlichkeit des Menschen vor ihrer Kamera zu nähern. "Morgen darf nicht gestern sein", so der Titel des Fotobuchs, deren Texte in deutsch und englisch gedruckt sind.

Corona, aber kein Wasser

"Wie soll man die für Corona angeordneten Hygienemaßnahmen bei einer Bevölkerung durchsetzen, die zuhause noch nicht einmal sauberes Wasser hat, geschweige denn einen Wasserhahn aufdrehen kann?", fragt der Arzt Caetano Scannavino aus Santarém im brasilianischen Regenwald. Denn in der Dschungel-Metropole Santarém hat nur die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. Und gerade einmal vier Prozent der Haushalte sind an das Kanalsystem angeschlossen, so ein Bericht der Deutschen Welle.

Coronavirus Todesgefahr für Indigene

Das Corona Virus ist nach medizinischen Erkenntnissen für die Indigenen viel gefährlicher als für uns. Denn bereits seit die Europäer in Südamerika ankamen, starb ein Großteil der Amazonas Indianer an Infektionskrankheiten. Krankheiten, die es vor der Ankunft der Europäer in Südamerika nicht gab. Deshalb sind die Indigenen gegen die meisten Infektionskrankheiten weniger geschützt.

Jetzt haben sich viele Amazonas Gruppen weiter in den Wald zurück gezogen, um den Kontakt zu der anderen brasilianischen Bevölkerung zu vermeiden. Doch Holzfäller und Goldsucher dringen immer weiter in die Regenwälder. Jetzt zerstören sie nicht nur die Wälder und vergiften die Flüsse durch den Gebrauch von Quecksilber beim Gold schürfen, jetzt bringen sie auch das Virus in den Regenwald.

Regenmacher Amazonas

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Der größte Fluss der Welt, der Amazonas, ist umgeben von einem enormen Regenmacher, dem Amazonas Regenwald. „Der Regenwald verdunstet täglich mehr Wasser, gibt mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre ab, als der wasserreichste, stärkste Fluss der Welt – der Amazonas – ins Meer fließen lässt“, so der Brasilianer Tasso Azevedo, Forstingenieur von Mapbiomas in der ZDF-Doku „SOS Amazonas – Apokalypse im Regenwald“ (22. Mai 2020) Wie viel Energie bräuchte man, um die Wassermassen verdunsten zu lassen, die Amazonien täglich in die Atmosphäre aufsteigen lässt? Nach den Berechnungen des Brasilianers bräuchte man 6 Monate der gesamten Energie der Erde, um die Wassermassen zu erhitzen, die der Amazonas Regenwald jeden Tag verdunstet. Deshalb sei der Regenwald Amazoniens jeden Tag eine Billion Dollar wert. Aber solche Zahlen kümmern niemanden, wie der Brasilianer bedauert.

Allein überlebt

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Das gesamte Ureinwohner-Volk im brasilianischen Regenwald ermordet. Nur ein Mann überlebte. 
Die Brasilianische Indianerbehörde FUNAI sorgt für den einzig überlebenden Mann eines Indianerstammes im Regenwald. Seit über 20 Jahren beobachten die Indianer-Schützer den Mann. Sein Lebensraum ist zum Schutzgebiet erklärt.




Die FUNAI veröffentlichte jetzt ein Video, in dem der Mann zu sehen ist.